Andacht - Von harten Betten und schlechtem Essen

Verbannt alle Unzufriedenheit und alle Streitsucht aus eurer Mitte. - Philipper 2,14

Philipper 2,14
Tut alles ohne Murren und Bedenken

Ein junger Mann hatte einen Lebenstraum. Er wollte unbedingt Mönch werden. Also ging er in ein Kloster und fragte den Abt: “Was muss ich tun, um bei euch im Kloster mitzumachen?” Der Abt machte dem jungen Mann nichts vor und erklärte, dass man als Mönche in diesem Kloster ein Schweigegelübte ablegen müsse. Nur einmal im Jahr sei es gestattet zwei Worte zu sagen. Ganz schön schwer, dachte der junge Mann, aber er wolle es versuchen. Er bekam einen kleinen Raum zugewiesen und die folgenden zwölf Monate sprach er kein Wort.
Nach Ablauf des Jahres brachte man ihn zum Abt. Der ermutigte ihn, seine zwei Worte auszusprechen.
“Schlechtes Essen!” sagte der junge Mann.
Der Abt hörte es und nickte mit dem Kopf. Darauf verbrachte der junge Mann die nächsten zwölf Monate wieder schweigend.
Nach Ablauf des zweiten Jahres trat er erneut vor den Abt. Diesmal waren seine Worte:
“Harte Betten!”
Der Abt hörte es und nickte mit dem Kopf. Die nächsten zwölf Monate verbrachte der junge Mann wieder schweigend.
Nach Ablauf des dritten Jahres stand er wieder vor den Abt. Diesmal sagte er: “Ich gehe!” Der Abt hörte es, nickte und sprach: “Nun, das überrascht mich nicht. Seit du hier bist, hast du dich nur beschwert.”

Wir leben in einer Beschwerde-Kultur. Es ist schick, sich zu beschweren und wir finden dazu ganz leicht zahllose Gelegenheiten. Zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu laut, zu leise, zu eng, zu weit, zu teuer, zu billig, zu schwer, zu leicht. Wenn du möchtest, kannst du die Aufzählung so lange fortsetzen, bis sich dein Chef bei dir beschwert, warum du nicht mit deiner Arbeit voran kommst.

In der Samenhandlung des Teufels gibt es zahllose Körnchen von allem Möglichen, die er den Menschen ins Herz pflanzt um Unfrieden zu stiften. Am herrlichsten von allen gedeiht der Same mit der Auschrift ‘Beschwerde’; ein giftiges Kraut mit schweren Nebenwirkungen, die da heißen: Murren, Bedenken, Zweifel, Nörgelei, Rechthaberei, Unzufriedenheit, Streitsucht.

Es gibt jedoch einen Acker, auf dem dieses dornige Kraut keine Chance hat zu wachsen. Dieser Acker heißt: Dankbarkeit.
Wenn wir Gottes wunderbare Werke betrachten, wenn wir uns seine Liebe vergegenwärtigen und unseren Blick auf die großartigen Geschenke lenken, die wir bereits von ihm erhalten haben, dann wandeln wir schlechten Boden in guten Boden. Und aus diesem Acker der Dankbarkeit sprießt die Blume der Freude.

Gebet
Guter Vater im Himmel, du hast mich überreich beschenkt. Deine Liebe und deine Güte zu mir kennt keine Grenzen. Dafür bin ich dir von ganzem Herzen dankbar. Vater, hilf mir, diesen guten Acker zu bewahren.
Danke.
Amen

Gottes Segen
Detlev